1. November 2007

"Lesung gegen das Vergessen"

Stadtbibliothek Seelow bis auf letzten Platz gefüllt

Vor 69 Jahren noch bevor die Nazis Synagogen anzündeten und Millionen Menschen umbrachten und einäscherten, brannten in Deutschland Bücher. Von Goebbels als "Unrat und Schmutz jüdischer Asphaltliteraten" denunziert, wurden abertausende Werke in die Flammen geworfen. An diese Scheiterhaufen, die im Jahr 1933 in mehreren deutschen Städten loderten, erinnerte am Donnerstag eine "Lesung gegen das Vergessen".

Bei der Veranstaltung wurde aus Werken, die die Nazis für immer und ewig verbrennen wollten, gelesen: Frau Hahn (Bibliothekarin), Dr. Dagmar Enkelmann (MdB), Frau Steinkraus (Redaktionsleiterin, MOZ Seelow), Frau Schiel (Ärztin), Herr Heinze (MdL), Herr Lawrenz (Jugendzentrum FRIZZ) sowie Frau Mauela Panzer und Frau Anne Schütze (Schülerinnen des Gymnasiums Seelow) stellten Werke von Tucholsky, Kästner, Brecht, Heine, Renn, Döblin, Luxemburg und Kafka vor.

Diese Gemeinschaftsveranstaltung des Vereins zur Förderung alternativen Denkens bei der Lösung gesellschaftlicher Probleme, dem Kinder- und Jugendzentrum FRIZZ sowie der Stadtbibliothek Seelow zog mehr als 100 Gäste an, die Stadtbibliothek war bis auf den letzten Winkel mit Besuchern gefüllt. "Über diesen Zuspruch haben wir uns sehr gefreut," so die beiden Schirmherren der Veranstaltung, Frau Dr. Dagmar Enkelmann (MdB) und Herr Wolfgang Heinze (MdL).  Frau Hahn konnte am Ende der Veranstaltung ein Scheck von 300,00 EUR überreicht werden. Damit kann, wenn auch nur symbolisch, das Bücherregal in der Stadtbibliothek in Erinnerung und Mahnung an die von den Nationalsozialisten verbrannten Werke aufgefüllt werden.

Für das Jugendzentrum FRIZZ war diese Veranstaltung ein Puzzlestein im vielfältigen Streben, Menschen in Seelow und der Region zur Auseinandersetzung mit der Geschichte anzuregen und zu ermutigen. "Schön wäre es, wenn jeder noch mehr als bisher, im Gespräch mit Nachbarn, Freunden, in der Familie, bei sich ergebenden Situationen die Auseinandersetzung mit der Geschichte nicht scheut und so mithilft, insbesondere mit die junge Generation immun gegen neonazistische Tendenzen zu machen. Bildung und Lesen sind hierfür sehr wichtig", so Jens Lawrenz und Uwe Hädicke vom Jugendzentrum FRIZZ.

Dank gilt allen Vortragenden, den beiden Schirmherren und den u.g. Förderern!