22. November 2007

"Wir sehen nicht weg" in Müncheberg

"Wir sehen nicht weg" Programm für Toleranz und Zivilcourage mit großem Zuspruch der Müncheberger

Ausländerfeindlichkeit, Rechtsradikalismus, Krieg und zunehmende Gewalt in der Gesellschaft dürfen nicht nur Themen von Sommerlöchern und Wahlkämpfen sein. Der Journalist Klaus Feldmann, die Liedermacher Jörg Kokott und Frank Viehweg und Veranstaltungsmanager Bernd Schulze, wollen mit künstlerischen Mitteln zum Dialog zwischen den Menschen beitragen. "Wir sehen nicht weg" heißt das musikalisch-literarische Programm, mit dem sie am vergangenen Donnerstag in Müncheberg zu Gast waren und mit dem sie seit 2005 in vielen Orten der Bundesrepublik gastierten.

Erhard Dräger von der gastgebenden Die Linke-Ortsgruppe zeigte sich dann auch sehr zufrieden über den Zuspruch. „Nicht nur, dass der Kreistagsvorsitzende und Landtagsabgeordnete Wolfgang Heinze, unser Bürgermeister Herr Zehm und der Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung ins Schützenhaus gekommen waren, viele Bürger unserer Stadt und aus dem Umland zog das Programm und dessen Thematik an.“

Mit eigenen Liedern, sowie mit Texten u. a. von Brecht, Galeano, Stengel und Kahlau, stehen die Künstler um Klaus Feldmann ein für das friedliche Zusammenleben aller Menschen in diesem Land. „Auch und gerade jetzt muss ein Klima geschaffen werden, in dem kein Mensch mehr Angst haben braucht, vor Verfolgung und Gewalt“, so Liedermacher Frank Viehweg.

Das Programm handelte von Widerstand wie dem eines Maurers, der den Befehl verweigert, zu Übungszwecken auf ein leeres Haus zu schießen, weil er die Mühen kennt, ein solches zu bauen. Ferner geht es um unverarbeitete Kriegserlebnisse und um das Leid von Frauen und Kindern daheim und es geht vor allem um den Alltag, um den heutigen Tag.

Mitwirkende des Programms waren Klaus Feldmann, bekannt als Nachrichtensprecher der Aktuellen Kamera und 13maliger Fernsehliebling, und die Liedermacher Frank Viehweg und Jörg Kokott 

Schirrmherr dieser Veranstaltung war Wolfgang Heinze (MdL, Die Linke)

Die Veranstaltung wurde von der regionalen Kontaktstelle des kommunalpolitischen Forums e.V. Brandenburg


Text/Fotos honorarfrei: Uwe Hädicke, Tel. 0172/8056322


Jörg „KO“ Kokott wurde 1955 in Leipzig geboren, KO ist ein leidenschaftlicher Musikant, er bezeichnet sich selbst als Liedhaber. Die Möglichkeit, auf der Bühne verschiedene Projekte auszuprobieren, hat KO schon immer gereizt. So spielte er neben „Wacholder“ in der legendären „Hammer-Rehwü“, begleitete „Scarlett O'“ auf deren ersten Solokonzerten, er tourte im Duo mit Hans-Eckardt Wenzel und auch mit Rainer Buchholz (Pension Volkmann). Er stand mit Eric Bogle, Konstantin Wecker, Hannes Wader, Klaus Doldinger, Dick Gaughan und der Sands Family auf der Bühne. Gastspiele gab er in Italien, Frankreich, Polen, Russland, Slowakei, England, Bulgarien und den USA.
Er hat zehn CDs veröffentlicht, zuletzt 2002 ein Livealbum des Soloprogramms “Stille&Sturm“, welches beim Chansonwettbewerb Zarah 2002 in Frankfurt/M. mit dem Hauptpreis ausgezeichnet wurde.
Neben eigener Lyrik vertont KO Werke seines langjährigen Texterfreundes Gerd Püschel und Texte von Brecht und Reimann. Er zählt zu den wenigen Musikern, denen es gelingt, Musik direkt aus der Seele fließen zu lassen. Mit seiner unverwechselbaren Stimme und seinem brillianten Gitarren- und Mandoloncellospiel gibt er den Liedern einen ganz eigenen Glanz.

Frank Viehweg, 1960 Geboren in Wolgast.
Frank Viehweg versteht es, Befindlichkeiten präzise mit bildhaften Elementen zu beschreiben und kritische Aussagen, z. B. über Neonazis und Krieg, einzubeziehen. Das betrifft besonders Lieder, die das Heute mit Utopien und Hoffnungen aus DDR-Zeiten konfrontieren: "Hier, wo ich lebe, komm ich nicht mehr an, und kann nicht gehen nach irgendwo, nicht heut und irgendwann“. Texte meilenweit entfernt von TV-Ostalgiewellen-klischees.
Er bezeichnet sich selbst als Liedermacher, Textautor und Nachdichter. Seine letzte Neuerscheinung war die CD „Spurensuche“.

Klaus Feldmann 1936, Beruf Buchdrucker und Journalist
1948 schnupperte er erste Rundfunkluft als Sprecherkind beim Mitteldeutschen Rundfunk Leipzig. Den dadurch entstandenen Berufswunsch konnte er dann 1957 als Nachrichtensprecher beim Deutschlandsender verwirklichen.
Später kamen Aufgaben beim Deutschen Fernsehfunk (DFF) hinzu.
Bereits während der Rundfunkzeit arbeitete er seit 1961 für die "Aktuelle Kamera" des DFF.
1963 wurde Klaus Feldmann bei der "AK" fest angestellt und blieb dort 25 Jahre als Nachrichtensprecher.
Seit 1958 gehörten auch die «DEFA-Studio» für Populärwissenschaftliche Filme, das Dokumentarfilmstudio und das DEFA-Synchronstudio zu seinen freiberuflichen Arbeitsplätzen.
"Für die Zuhörerschaft ist Feldmann zum Zeitzeugen einer vergangenen Welt geworden. Wobei er sich zudem durch den ungezwungenen Umgang mit der eigenen Biographie des Beifalls seines Publikums sicher sein konnte."