Diese Website verwendet Cookies.
Zum Hauptinhalt springen

Werner Ernst (Leserbrief)

Der Krieg und der Magen

An der Gedenkstätte auf den Seelower Höhen wird gebaut. Und es wird einiges geboten, seitdem der Verein „Zeitreise“ die traditionsreiche Einrichtung bespielt. So konnte man Ende April eine „Geschichtslektion der anderen Art“ (MOZ) erleben. Dem etwas dümmlichen Spruch „Die Liebe geht durch den Magen“ hatte Zeitreise noch eins draufgesetzt und eine Veranstaltung unter dem Motto „Krieg geht durch den Magen“ zelebriert. Geboten wurde Kriegskost, einfach aber nahrhaft und sättigend — kostenfrei! Die Gäste, einige weit gereist, so die MOZ, konnten Tipps für gesunde Ernährung erhalten und befriedigt feststellen, dass es gar nicht so schlecht geschmeckt hat — im Krieg. Immerhin!

Viel Wissenswertes war zu erfahren, zum Beispiel über die Verpflegungsnormen der Frontsoldaten. Ungeklärt blieb dabei aber unter der Maßgabe des alten Spruches „Wie die Verpflegung – so die Bewegung“, weshalb die Schlacht um die Seelower Höhen verloren ging, obwohl die Wehrmachtssoldaten gegenüber den Rotarmisten die dreifache Fettration erhielten und ihre Kost die abwechslungsreichere war. Darüber sollte man mal reden. Der sozialdemokratische Landrat, Gernot Schmidt, hatte zuvor bei der Vorstellung der neuen Betreiber der Gedenkstätte geäußert — Provokationen seien erlaubt.

Daran gemessen ist „Krieg geht durch den Magen“ ein Volltreffer. Glückwunsch! Unbestätigten Informationen zufolge soll es demnächst das Event „Fröhliches Panzerfahren — der Morgensonne entgegen“ geben. Auf einem Werbeflyer von Zeitreise sind entsprechende Wehrmachtssoldaten zu sehen, die schon mal einen Panzer vorbereiten. Man darf gespannt sein.