3. Juli 2018 Renate Aolph

Experten geben Linksfraktion Auskunft: Landwirtschaft, Pflege, Breitbandausbau, Tourismus

Vertreter der AWO Brandenburg Ost mit Abgeordneten der LINKEN im Gespräch

Was ist aktuell los in Märkisch-Oderland: in der Landwirtschaft, der Pflege, beim Breitbandausbau und im Tourismus? Um das genauer zu erfahren, haben sich die Abgeordneten der LINKEN des Kreistages Fachleute zu ihrer Sommerklausur am Wochenende in das ruhige Dorf Neu Golm eingeladen.

Der Präsident des Bauernverbandes Brandenburg, Henrik Wendorff, der in MOL selbst einen ökologischen Landwirtschaftsbetrieb leitet, informierte, dass in diesem Jahr mit 40 Prozent weniger Ernte im Landkreis zu rechnen ist als im üblichen Durchschnitt. Das fruchtbare Oderbruch sei allerdings noch von der langen Trockenheit etwas verschont geblieben. Er plädierte für mehr Viehhaltung, die leider zurückginge. Der Kreis könnte Investitionen in der Agrarwirtschaft unterstützen. Auf Nachfrage zur Verwendung des Pflanzenschutzmittels Glyphosat  setzte sich der Bauernpräsident für mehr wechselnde Fruchtfolgen, intensivere Bodenbearbeitung und für resistente Züchtungen ein, um Belastungen einzudämmen und langfristig den Ausstieg aus Pflanzenschutzmitteln vorzubereiten.

„Pflege in Not“, so charakterisierten Kati Karney und Sebastian Selent vom AWO Bezirksverband Brandenburg Ost beim nächsten Thema der Abgeordneten den wachsenden Mangel an Fachkräften bei gleichzeitigem Anstieg der Zahl pflegebedürftiger Menschen. 2017 standen bei 100 freien Stellen lediglich 29 Fachkräfte zur Verfügung. Die Experten setzten ich dafür ein, dass die Kosten für Ausbildung das Land tragen müsse und nicht die zu pflegenden Versicherten. Ja, sie würden auch ausländische Auszubildende und Fachkräfte einstellen. Allerdings gäbe es dabei vielfältige bürokratische und sprachliche Hürden. Nach den Anforderungen an die Politik befragt, wünschten sie sich eine kreisliche Pflegeplanung wie es sie bereits in anderen Kreisen gibt. Im Vordergrund sollte immer der Mensch und nicht die Wirtschaft stehen. 

 

Jeder erhält Breitbandanschluss

Über die Mammutaufgabe eines flächendeckenden Breitbandausbaus berichtete der 2. Beigeordnete des Landrates Märkisch-Oderland, Rainer Schinkel. Ziel sei es, alle Haushalte, Gewerbe und Schulen an ein mögliches  Glasfasernetz anzuschließen. Die erforderlichen Fördermittel seien bei Bund und Land zur Abstimmung eingereicht. Zurzeit liefe das Vergabeverfahren mit zwei Betreibern der künftigen Netze.  

Schließlich stellte Geschäftsführerin, Ellen Rußig, die Arbeit des Tourismusverbandes Seenland Oder-Spree, vor. Er schließt Märkisch-Oderland, den

Landkreis Oderspree und Frankfurt (Oder) ein. Diese größte wunderschöne Reiseregion in Brandenburg gelte es attraktiv zu vermarkten. Auch dank des 20jährigen Wirkens des Verbandes sei ein kontinuierlicher Anstieg von Besuchern zu verzeichnen. In Märkisch-Oderland übernachteten 2017 rund 800.000 Gäste. Damit habe sich der Tourismus zu einem wichtigen Wirtschaftszweig entwickelt. Besonders viele Investitionen in Gastronomie und Hotellerie werden entlang ausgebauter Radwege wie am Oderbruchbahn-Radweg oder am Oder-Neiße–Radweg getätigt. Es seien auch künftig Naturschutz, Landwirtschaft und touristische Nutzung ausgleichend zu verbinden.

Die Abgeordneten werden den konstruktiven Meinungsaustausch für die weitere Gestaltung des Kreises nutzen und entsprechende Anfragen und Vorlagen in den Kreistag einbringen.  r. a.